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Mittwoch, 13. Januar 2010 | 19:30 Uhr und 21:15 Uhr

 

Ein Dokumentarfilm und ein Spielfilm von Gerhard Faul

Eintritt: >> Vorverkauf : € 5,- / >> Abendkasse : € 5,-

 

Nur einmal gut essen gehen

Arm und Reich in Deutschland


ein Dokumentarfilm von Gerhard Faul

Kamera: Jennifer Günther
Ton: Frank Schirmer
Musik: Johanna Moll, Rüdiger Miller u.a.
Produktion: Medienladen e.V. Nürnberg

die Herstellung des Films wurde gefördert von:
Aktion Mensch, Stadt Nürnberg, Hans-Böckler-Stiftung, Bayerische Filmförderung FFF

Während die exportorientierte deutsche Wirtschaft kräftig verdient, bekommt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung nichts davon ab. Stattdessen müssen die Bürger Abstriche bei sozialstaatlicher Absicherung, Bildungsgleichheit und Gesundheitserhaltung hinnehmen. Dr. Claus Schäfer vom 'Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung' in Düsseldorf berichtet, das verfügbare Einkommen von Arbeitnehmern stagniert seit 1991. Silke Treusch arbeitet in einer Kantine und ihr Freund Florian über eine Leiharbeitsfirma bei Siemens. Der Verdienst von beiden reicht nicht zum Leben. Die Arge zahlt ihnen einen Betrag zur Existenzsicherung. Der Bundesverband der Deutschen Industrie ist gegen die Einführung eines Mindestlohnes für alle Wirtschaftsbereiche.


Der Hauptgrund für Armut ist Arbeitslosigkeit. Annerose Thurnbauer arbeitete jahrelang in der Verwaltung eines Golfclubs. Seit zwei Jahren ist sie Arbeit suchend. Als sie nur noch 12 Euro hatte beschloss Frau Thurnbauer sich umzubringen. Rund elf Millionen Menschen leben in Deutschland in Armut. Zwei Millionen Kinder und Jugendliche sind auf Sozialhilfe angewiesen. Für den Präsidenten des Diakonischen Werkes, Pfarrer Klaus-Dieter Kottnik, ist dies ein unhaltbarer Zustand und eine Herausforderung für die Politik.

Die Berliner Sozialsenatorin Dr. Heidi Knake-Werner räumt ein, die Lebenserwartung von Bewohnern der reichen Stadtteile Wilmersdorf und Zehlendorf ist um fünf Jahre höher als in Neukölln, Friedrichshain und Wedding. Mishlin Makil ist mit Mutter und Schwester aus dem Nahen Osten geflohen und lebt seit fünf Jahren in Asylheimen in Bayern. Sie darf nicht arbeiten und die Stadt nicht verlassen. Pro Monat erhält Frau Makil 40 Euro Taschengeld. Flüchtlinge gehören mit zu den Ärmsten in Deutschland. Martina lebt in einer Obdachlosenunterkunft. Jeden Tag durchsucht sie Abfallbehälter nach Essbarem.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, verdient rund 13 Millionen Euro pro Jahr. Ackermann verdient das 330-fache eines durchschnittlichen Mitarbeiters der Deutschen Bank, berichtet Betriebsrat Jörn Riesler. Die reichsten Menschen in Deutschland sind die Brüder Albrecht (Aldi) mit einem Vermögen von jeweils 16 Mrd. Euro. Kann ein Mensch so viel Geld überhaupt sinnvoll verwenden? Für den Reichtum weniger müssen viele arbeiten. Die zehn Prozent reichsten Haushalte besitzen 50 Prozent des gesamten Nettovermögens in Deutschland, während die Hälfte der Haushalte sich mit vier Prozent am privaten Vermögen zufrieden geben muss. Die tausend Reichsten in Deutschland zahlen prozentual weniger Steuern wie durchschnittliche Bundesbürger. Während 1960 das Steueraufkommen der Bundesrepublik je zur Hälfte aus Massensteuern und Kapitalbesteuerung bestand, machen heute die Massensteuern wie Lohnsteuer, Mehrwertsteuer und Mineralölsteuer 80 Prozent des Steueraufkommens aus. Gerald Neubauer hat ein Vermögen geerbt. Er tritt für höhere Erbschaftssteuer, Besteuerung von Finanzspekulation und eine Luxussteuer ein.

Nürnberger Zeitung:
"Die Dokumentation geht ein gesellschaftspolitisches Thema gelassen und sensibel an: keine Marktschreierei sondern Fakten. Aber die haben es in sich."

Kulturmagazin Plärrer:
"Gerhard Faul lässt in seinem bemerkenswerten Dokumentarfilm Menschen von der Straße zu Wort kommen, deren stille Verzweiflung stärker wirkt wie laute Wut. Dagegen setzt Faul den Aufmarsch von Geld und Eitelkeit beim Opernball. Ein ganz starker Film."

Alternativer Medienpreis 2008:
"Am meisten fasziniert wie der Film den Betrachter in die Wohnung seiner Nachbarn mitnimmt: wie diese Menschen leben und wie sie es schaffen zu überleben."

 

Frischfleisch

Der fränkische Spielfilm über Liebe, Verrat und Ernährung

Autor und Regie: Gerhard Faul

Piet arbeitet im Schlachthof. Sein Chef Hans-Friedrich Pichlstein ist leidenschaftlicher Jäger. Zur großen Treibjagd wird die ganze Belegschaft zwangsverpflichtet. Nur unwillig opfert Piet sein Wochenende. Tierschützer tauchen auf und behindern die Jäger. Unter ihnen ist Sabine. Es kommt zum Gerangel zwischen Tierschützern und Jagdgesellschaft. Piet nutzt die Gelegenheit und macht sich aus dem Staube. Auf dem Heimweg trifft er auf Sabine, die ihn nicht erkennt. Sabine hat sich den Fuß verstaucht. Piet hilft ihr. Beide verabreden sich. Piet verheimlicht Sabine seine Berufstätigkeit im Schlachthof und dass seine Eltern eine kleine Metzgerei betreiben.
Sabine macht eine Ausbildung zur Erzieherin und leistet ein Praktikum im Kindergarten ab. Nachts ist Sabine mit ihren Tierfreunden im Wald unterwegs um Jägersitze umzusägen. Jäger Pichlstein glaubt eine Rotte Wildschweine vor sich und drückt ab. Doch er trifft Tierfreund Jürgen ins Gesäß.
Sabine ist Vegetarierin und wohnt mit Feministin Hiltrud zusammen. Bei seinem ersten Besuch in der Frauen-WG tappt Piet in Fettnäpfchen. Hiltrud stört die Anwesenheit von Piet in der Frauen-WG und sie versucht die sich entwickelnde Freundschaft zu hintertreiben.
Sabine interessiert sich für fernöstliche Lehren. Piet begleitet Sabine zur Meditation mit Guru Swami Sadhu Baba - einem Deutschen mit Indienerfahrung. Sabine leiht sich das Auto von Piet, um an einem Seminar mit dem Guru auf dem Land zu teilzunehmen. Swami Sadhu Baba interessiert sich für Sabines körperlichen Reize und will ihr an die Wäsche. Doch da naht Rettung aus der Luft.
Die Tierschützer planen in der Nacht Schweine aus einem Tiertransporter auf dem Schlachthofgelände von Pichlstein zu befreien. Sabine bittet Piet um Unterstützung. Mit Piets Hilfe gelingt die Aktion. Am nächsten Tag sind Polizei und Pichlstein Arbeiter damit beschäftigt die in der Landschaft herumtollenden Schweine wieder einzufangen.
Kommissar Ribbenmeyer kommt den Tierfreunden auf die Spur. Als Piet bei Sabine übernachtet, steht am Morgen die Polizei am Bett. Von Kommissar Ribbenmeyer erfährt Sabine, dass Piet als Schlachter arbeitet und ist von ihm enttäuscht. Piet sitzt zwischen allen Stühlen. Die Tierschützer halten Piet für einen Spitzel. Sabine bricht den Kontakt ab. Von Pichlstein wird er fristlos entlassen.
Piet findet einen neuen Job als Taxifahrer. Da trifft er wieder auf Sabine.