Freitag, 26. Februar 2010 | 20:30 Uhr

Teenage Angst Ensemble
Die Lichtung
Im ostwestfälischen Espelkamp
verschwinden zwischen 1970 und 1995 mehrere junge Mädchen und Frauen
spurlos. Die Polizei entdeckt Parallelen in den Lebensläufen der
Vermissten, bleibt aber ratlos - trotz intensiver Suche werden keine Leichen
gefunden. Kurz vor seiner Pensionierung wird der mit dem Fall betraute
Ermittler im Oktober 1995 zu einer Lichtung im nahegelegenen Waldgebiet
gerufen. Dort entdecken seine Männer und er Unglaubliches...
Mehr als zehn Jahre lang und bis weit in den Ruhestand hinein hat der
Ermittler an seinem letzten großen Fall recherchiert. In seinem
Nachlass fanden sich im Jahr 2007 zahlreiche Ermittlungsakten und Originaldokumente.
Mit dem ersten Band der Espelkamp Tapes macht der Verlag Teenage Angst
Ensemble eine Auswahl dieser Dokumente nun erstmals der Öffentlichkeit
zugänglich. Die Zusammenstellung enthält Tagebucheinträge
des in den Fall verwickelten Büroangestellten Ralf Haag und eines
1970 verschwundenen jungen Mädchens, private Aufzeichnungen des Ermittlers,
Abschriften verschiedener Tonbänder unbekannter Herkunft sowie umfangreiches
Bildmaterial. Die Fragmente zeichnen ein Bild vom Erwachsenwerden zwischen
Spießertum und beginnender Hippie-Ära, von den Ängsten
der Pubertät, zwischen Freiheit und Zwang, Wahn und Wirklichkeit,
Kleinstadt und großer Welt. Eine Anatomie des Bösen und ein
atemberaubender Trip in die Psyche.
Dieser Trip setzt sich auf der Bühne fort: Klassische Lesung, Theater, Plattenauflegen, Videokunst, Performance - Die Lichtung sprengt alle Genregrenzen. Texte, Bilder und Sounds verschmelzen zu einer Einheit, die den Zuschauer in eine Geschichte voller Wut, Trauer, Angst und Liebe hineinsaugt. Kopfkino aus Puzzlestücken, rhythmisch und präzise.
“Die Lichtung“ ist der erste Teil einer Bühnen- und Buchtrilogie mit dem Titel „Espelkamp Tapes“. Dreh- und Angelpunkt der „Espelkamp Tapes“ ist die ostwestfälische Stadt mit ihrer außergewöhnlichen Vergangenheit als Munitionsanstalt der Nazis. Entstanden aus den Baracken der Zwangsarbeiter ist Espelkamp heute ein Kleinstadt-Schmelztiegel im Wald. Die einzigartige Atmosphäre des Städtchens dient den Espelkamp Tapes als Blaupause für ein Paralleluniversum hinter den Spiegeln, ein deutsches Twin Peaks. Das Bühnenstück wurde in Deutschland, Österreich und der Schweiz mittlerweile mehr als fünfzig Mal aufgeführt.
Mitwirkende:
Mädchen: Moana Köhring
Ralf Haag, Mann am Schreibtisch: Daniel Nipshagen
Der Ermittler (vom Band): Sascha Kendziorra
Text & Regie: Daniel Nipshagen
Video: Peer Engelbracht (Impulskontrolle)
Videoeinspielungen: Corinna Nipshagen/Veronika Bouffier/Nicola Krahl/Martin
Janczek
„Auf ganzer Linie überzeugend.“
Deutschlandradio Kultur
„Irgendwo zwischen Edgar Allan Poe und Alfred Hitchcocks Vertigo...“
Sächsische Zeitung
„Eine Eskalation ohne Lärm und Aktion, bedrückend nah...“
Blicklicht - Kulturmagazin für Cottbus