Mittoch, 20. Januar 2010 | 21:00 Uhr
Like a Stuntman
Support: Ach was!
Eintritt: >> Vorverkauf : € 8,- / >> Abendkasse: € 10,-
Like A Stuntman sind zwar eine
deutsche Band, aber eine der ganz wenigen, die ihr Debüt-Album bei
einem englischen Label (Highpoint Lowlife) veröffentlicht hat. Da
dieses auf UK beschränkt war und auch die drei Tourneen dementsprechend
nur auf der Insel stattfanden, blieben Like A Stuntman hierzulande weitgehend
unbekannt. Das war 2005. Vier Jahre später haben die vier Musiker
nun endlich ihr zweites Album "Original Bedouin Culture" fertiggestellt.
Schneider TM über Original Bedouin Culture:
»Das Album ist eine sehr gelungene Mischung aus dem psychedelischen
Spirit und Sound vieler um das Ende der 60er entstandener Alben (z. B.
von den Beach Boys/Pet Sounds, den Silver Apples, Bands der Tropicalia-Bewegung
in Brasilien wie Os Mutantes und so fort), vermengt mit musikalischen
Einflüssen und dem lakonischen Humor einiger Post-Post-Punk/Indierock-Bands
aus den frühen 90ern wie seBADoh, Folk Implosion oder Pavement, veredelt
mit einer eigenen Art von elektronischem „Weird Folk“ der
späten Nullerjahre. Like A Stuntman wissen um Krautrock und die Befreiung
der elektronischen Musik Mitte der 90er Jahre durch diverse Künstler
auf Warp, aus Köln, Düsseldorf, Frankfurt oder Berlin. Man könnte
meinen, Like A Stuntman seien schlau und kombinierten einfach das Beste
aus den letzten 40 Jahren alternativer Popmusik. Aber obwohl es wahrscheinlich
sogar so ist, hört man in jedem Ton viel Leidenschaft, Liebe und
teilweise Selbstvergessenheit. Da lässt eher darauf schließen,
dass hier ein Album entstanden ist, das die Urheber gern selbst hören
würden. Und das ist sowieso das Beste.«
Rasmus Engler über Original Bedouin Culture:
»Mass communication bores me, singt Sven Fritz auf Fake Beards/Our
Hands Sweat, dem zunächst eingängigsten Stück des neuen
Albums von Like A Stuntman. Und diese Abfuhr, die dem Vernetzungswahn
durch Internet-Idiotie ebenso gelten könnte wie dem Geschwätz
von Menschenmassen, ist charakteristisch für Original Bedouin Culture.
Gerade wenn man um die Langsamkeit erzwingende Arbeitsweise des auf diverse
Städte verstreuten Quartetts weiß und um die Tatsache, dass
Like A Stuntman in letzter Zeit weder durch übertriebene Medienpräsenz
noch durch unermüdliches Tourneegebaren in Erscheinung getreten sind,
könnte man obiges Zitat für einen Schlüsselsatz des Albums
halten. Auf der anderen Seite: Er könnte auch Fake beards, our hands
sweat lauten, denn die assoziativen, oftmals wenig durchschaubaren Texte
werden auf Original Bedouin Culture eher wie ein weiteres Instrument genutzt.
Ich wage zu behaupten, dass sich die einzelnen Mitglieder während
der Produktion von Original Bedouin Culture unabhängig vom Rest der
Band häufig in Klausur begaben und an den Liedern weiterbastelten.
Dieses beständige Rumgewurschtel tut der Musik überaus gut.
Verhuschte Gesänge, die unter Bettdecken aufgenommen sein könnten,
begeben sich ins Duett mit warmen Synthesizerflächen, akustische
wie elektrische Gitarren verkünden ihre Meinungen und sirren über
die feinsinnig zusammengesetzten Songs.
Original Bedouin Culture gelingt auf beeindruckende Art und Weise der
Brückenschlag von Matador zu Warp, die Firmen ECM und eine kleine
Free-Folk-Kommune in Sichtweite. Oder: Like A Stuntman klingen wie die
überaus sorgfältigen, aber von keiner unnötigen Hast getriebenen
Konkursverwalter, die den Frühjahrsputz nach ca. fünfzig Jahren
Rockmusik überwachen. Oder, um es auf die Spitze zu treiben: Like
A Stuntman dirigieren Murmeltierchöre, Ameisen trampeln durch lichtdurchflutete
Tunnels, während draußen ein verärgerter Sommerregen seinen
Gedanken nachhängt. Eine phantastische Platte – man könnte
glatt den Verstand verlieren!«
www.like-a-stuntman.de
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